Serielle Fotografie

Wenn Ihr ab und zu fotografiert, entwickelt Ihr vielleicht eine Leidenschaft für bestimmte Motive. Bei Hundebesitzern ist die Sache meistens genauso klar wie bei Eltern. Aber unabhängig vom Naheliegenden entwickeln sich gelegentlich Vorlieben, ob bewußt oder unbewußt.

Wer seinen Urlaub in Griechenland verbringt, kommt eventuell mit vielen Bildern von weißen Häusern zurück, blaue Türen oder blaue Fenster sind auch gern genommen. In Südfrankreich warten jede Menge Lavendelblüten auf den Bildgestalter, an der Nordsee sind es eher Strandkörbe oder raue Wellen. Das Ungewohnte, das Neue, die fremdwirkenden Dinge und Erlebnisse machen die Urlaubsreisen so ergiebig, was die Ausbeute an Bildern angeht.

Umso schwerer erscheint es oft, in der direkten Umgebung Motive zu finden, von denen man glaubt, dass es sich lohnt, sie zu fotografieren. Die eigene Nachbarschaft findet man langweilig, schließlich geht man jeden Tag an diesen Häusern vorbei. Oder man traut sich nicht, gleich nebenan Bilder zu schießen, geschweige denn, gleich eine ganze Serie hier anzufertigen. Die Nachbarn könnten komisch gucken. Für fremde Menschen wäre wiederum unsere Nachbarschaft vollkommen neu und damit vielleicht unglaublich spannend. Oder auch auch nicht.

Was ich aber immer spannend finde, sind Menschen. Klein, groß, dick, dünn, jung , alt. Gerade die Gegensätze erzeugen Spannung, sie bilden einen Kontrast.

Aber wenn ich eine Serie von etwas erstellen möchte, muss ein bindendes Element vorhanden sein. Bei den beliebten Motiven „Besondere Türen der Welt“ oder „Die niedlichsten Katzenbabies“ ist die Sache klar. Möchte ich aber eine lange Serie von Menschen fotografieren, sollte diese Menschen wirklich etwas verbinden. In letzter Zeit kamen Serien, sogar Fotobücher mit besonders alten Menschen auf, vielleicht habt Ihr sie im Web, in Zeitschriften oder in der Buchhandlung gesehen: „100 Jahre Leben: Hundertjährige im Porträt“ von Andreas Labes oder „100 Jahre Lebensglück: Weisheit, Liebe, Lachen“ von Karsten Thormaehlen. Ich glaube, man erhofft sich Erkenntnisse von diesen Menschen und ihren Aussagen, um das eigene Leben besser meistern zu können.

Um so viele Hundertjährige vor die Kamera zu bekommen, ist man im Vorfeld sicher viel unterwegs, um mit diesen Mensch zu reden, sie davon zu überzeugen, dass sie mitmachen. Wenn es denn die Gesundheit auch zulässt.

Mich beschäftigt Kunst seit vielen Jahren, eigentlich seit Jahrzehnten. 1989 bin ich dem Frankfurter Kunstverein beigetreten, Kunst, ob alt oder neu, finde ich sehr spannend. Was liegt für einen Fotografen also näher, als Künstler abzubilden. So habe ich mit meiner neuen Serie „Frankfurter Künstler“ begonnen. Hier begegnen einem Newcomer und Arrivierte, Alte und Junge, die verschiedenen Genres der Kunst sowieso, die ich bei der Serie nur beiläufig, im Hintergrund halten möchte. Der Mensch im Vordergrund.

Martin Holzschuh
Friederike Walter
Hans Petri
Kathi Kaeppel
Eberhard Ross
Bea Emsbach
Dieter Mammel
Corinna Mayer
Guido Zimmermann
Lea Sprenger
Hide Nasu
Nicola Hanke
Kevin Clarke
Vroni Schwengler
Nigatu Tsehay
Sigi am Thor
Klaus Lomnitzer
Julia Roppel

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